Personalmangel in der Gastronomie? So kommst du wieder aus der Personalnot

Nach einem harten Lockdown dürfen Restaurants endlich wieder ihre Türen für Gäste öffnen. Doch ein bereits bekanntes Problem aus der Vergangenheit kommt jetzt mehr denn je zu Tage – der Personalmangel. Wir zeigen dir, wie du im Wettlauf um qualifizierte Fach- und Servicekräfte erfolgreich mitmischst und deinen vorhandenen Mitarbeitern mit praktischen Tools den Rücken stärkst.

Akuter Personalmangel: Wo ist das Fachpersonal geblieben?

Die Schließung der meisten Restaurantbetriebe während der vergangenen Monate hat Angestellte in der Gastronomie dazu gezwungen, sich beruflich neu zu orientieren. Auch Aushilfen wie Studenten und Schüler, auf die viele Restaurantbetreiber aus monetären Gründen häufig setzen, sind mit Ende der dritten Welle merklich rar geworden.

Besonders schwer wiegt aber der Verlust ausgebildeter Fachkräfte. Köche und Kellner mit mehrjähriger Berufserfahrung nahmen die Krise zum Anlass für einen Quereinstieg in andere Branchen. Für viele Gastronomen ist das existenzbedrohend, denn gut geschultes Personal in Küche und Service macht den Unterschied, gerade in Ballungsräumen mit etlichen Mitbewerbern. Die gehäufte unternehmensfremde Mitarbeiterfluktation wird betroffene Gastronomen noch lange beschäftigen. Denn jene Mitarbeiter haben durch den Wechsel nunmehr die Vorzüge kennengelernt, die bei den meisten Restaurants noch immer Wunschträume sind: ein gutes Einkommen, weniger Stress und Hektik sowie ein geregelter Tagesablauf mit freien Wochenenden

Klingt nach Endzeitstimmung. Ja, und nein.

Mehr noch als vor der Krise entscheidet, deine Gastronomie als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren, häufig dem Gastgewerbe zugesprochene Missstände zu beheben und (non-monetäre) Anreize im Tausch gegen die Arbeitsleistung zu setzen. In diesem Beitrag skizzieren wir, welche Recruitment-Prozesse du auf den Prüfstand stellen und an welchen Stellschrauben du drehen könntest.

Überzeuge mit deiner Stellenausschreibung

  1. Schon die Jobbezeichnung muss sitzen: Bitte formuliere klar, welche Position vakant ist. Sehe davon ab abstrakte Jobtitel, wie “Küchenzauberer” oder “Tellerakrobat” zu wählen. Wenngleich dies kreativ und auffallend sein mag, kann die Position missverstanden oder als unseriös aufgefasst werden. Auch sind Jobtitel wie der “Thekenstar” mit zweifellos kein gängiger Suchbegriff auf Stellenbörsen, weshalb solche Anzeigen seltener von Interessenten gefunden werden. 
  2. Verlier zu Beginn ein paar Worte über dein Restaurant und dein Team, damit sich der potentielle Bewerber ein Bild von deinem Lokal, der Atmosphäre und vom Klientel machen kann. Hier gilt: immer authentisch bleiben!
  3. Nenne unbedingt wichtige Eckdaten wie: Eintrittsdatum, Standort(e), Art der Anstellung (Vollzeit, Teilzeit, Aushilfe). 
    Übrigens solltest du dir überlegen auch eine Gehaltsangabe zu machen. Laut StepStone-Report „Arbeitgeberattraktivität“ (2020) wünschen sich 60 % der befragten Bewerber eine Angabe zum Gehalt. Dies bietet für Jobsuchende einen Orientierungsrahmen. Vor allem aufgrund der Coronakrise und der damit verbundenen finanziellen Schieflage verlagert sich mutmaßlich der Fokus aufs Gehalt umso mehr. Mit der Angabe der zu erwartenden Vergütung schaffst du Transparenz und letztendlich eine gute Vertrauensbasis – auch für bestehende Mitarbeiter.
Die fünf wichtigsten Kriterien bei der Jobwahl
(StepStone Report „Arbeitgeberattraktivität“, 2020)

  1. Beschreibe die Aufgaben, die den Bewerber erwarten. Definiere ein individuelles Anforderungsprofil passend zu der jeweiligen Stelle samt dafür erforderlichen Qualifikationen, notwendiger Berufserfahrung und gewünschten, aber nicht zwingend notwendigen Skills. Achte unbedingt darauf, dass du nicht nach der “Eierlegenden Wollmilchsau” suchst, sonst verschreckst du potentielle Interessenten, Quereinsteiger oder Kandidaten, die lediglich nach einem Nebenjob suchen. 
  2. Nachdem du deine Anforderungen dargestellt hast, ist es an der Zeit Benefits aufzuzeigen, die eine Anstellung in deinem Betrieb mit sich bringt. Mach bitte ausschließlich wahrheitsgemäße und realistische Angaben. Langfristig profitiert niemand davon, wenn du beispielsweise von flexiblen Arbeitszeiten sprichst, welche aber nicht einzuhalten sind. Neue Mitarbeiter kommen schnell hinter leere Versprechungen, wodurch das Vertrauensverhältnis nachhaltig kippen kann. So würdest du nur der Mitarbeiterbindung schaden. Also lass dir etwas einfallen, um Bewerber von deiner Anzeige zu überzeugen. Mögliche Anreize wären:
    • Bonus, variables Gehalt, Weihnachtsgeld
    • Weiterbildungen z.B. Barista, Hygieneschulungen, Barkeeper-Grundausbildung
    • Vergünstigtes oder kostenloses Essen und Getränke (auch außerhalb der Arbeitszeit)
    • Teamevents
  3. Gestalte den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich, indem du angibst, wie man sich bewerben soll (E-Mail, Bewerberportal, telefonische Kontaktaufnahme), welche Unterlagen gewünscht sind und wer die Ansprechperson ist. Im Übrigen bieten einige Jobportale die Schnellbewerbungsoption an – CV via Smartphone von unterwegs hochladen und fertig!
  4. Nicht nur der Informationsgehalt ist wichtig für eine erfolgreiche Ausschreibung, auch die Anzeigengestaltung sowie der Aufbau runden den Gesamteindruck ab. Beispielsweise kannst du Bilder, Symbole oder Icons verwenden, um Benefits bildlich darzustellen, ein passendes Aufmacherbild kann schon ein Eye-Catcher sein. Und vergiss niemals – insbesondere online – einen Call-to-action wie “Jetzt Bewerben” einzupflegen. 
Beispiel wie du deine Benefits in der Stellenbeschreibung darstellen könntest


Wie erreiche ich möglichst viele potentielle Bewerber?

Viele Gastronomen hängen Jobausschreibungen an ihre Eingangstür. Aber wer tatsächlich unter massivem Personalmangel leidet, der muss seine Stellen online und offline breit streuen. Dafür kommen folgende Optionen in Frage:

  • Jobbörsen, wie Indeed, Stepstone, Arbeitsagentur oder speziell für die Gastronomiebranche gastrojobs.de
  • Social Media: Facebook, dazu zählen die eigene FB Unternehmensseite, Facebook Gruppen oder Facebook Jobs und Instagram. Linkedin und Xing  eignen sich gut, um Quereinsteiger zu erreichen
facebook jobs
Facebook Jobs
  • Über Google: Stellenanzeigen über Google for Jobs teilen, Jobs über die Beitragsfunktion von Google My Business kostenlos veröffentlichen oder für ein frei wählbares Budget Google Ads in Betracht ziehen
  • Eigene Webseite mit Karriereunterseite 
  • Regionale Zeitungen und Anzeigen
  • Lege Flyer samt einem Hinweis auf freie Stellen Essensbestellungen bei
  • Platziere Aufsteller am Tisch 
  • Das klassische Schwarze Brett an Universitäten und Fachhochschulen eignet sich gut, um Aushilfskräfte zu finden
  • Kostenpflichtiges Multi-Channel-Posting (z.B. zoove, compana): ein bekanntes Werkzeug aus der Personalbranche, um viel Reichweite über möglichst viele Webseiten zu generieren. Dabei werden mit wenigen Klicks Stellenanzeigen automatisch auf verschiedenen Jobportalen, Stellenbörsen und Plattformen zugleich geschaltet. 
  • Personalberater und Zeitarbeitsfirmen: Auch wenn sie nicht den besten Ruf genießen und im Fall einer Vermittlung eine Provision fällig wird, kann es für einige Gastronomen Sinn ergeben, auch auf diesem Weg nach geeigneten Fachkräften zu suchen.
Google jobs
Google for Jobs

Employer Branding: Arbeitgebermarke aufpolieren

Neben guten Arbeitsbedingungen und einer attraktiven Entlohnung zählt auch die Außendarstellung als Arbeitgeber. Der Begriff Employer Branding mag zwar nicht so häufig im Kontext der Gastronomie fallen, ist dennoch wichtig, um Nachwuchstalente und neues Personal für sich zu gewinnen. So kannst du vorgehen:

  1. Überprüfe, welches Bild du als Arbeitgeber aktuell nach außen trägst. Scanne deine Webseite, Online Bewertungen, Social Media Kanäle und Frage deine (ehemaligen) Mitarbeiter nach ihrem Eindruck und ihrer Meinung.
    • Kann man objektiv als Bewerber erkennen, wie du und dein Team tickt?
    • Welche Benefits du als Arbeitgeber zu bieten hast?
    • Was euch von anderen Restaurants unterscheidet?
    • Wie sieht das Onboarding in deinem Restaurant aus?
    • Wie ist der Umgang mit Mitarbeitern, wenn mal nicht alles rund läuft?
  2. Der Ist-Zustand ist bekannt. Nun gilt es Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern umzusetzen. Versuche eine negative Webpräsenz zu eliminieren und überarbeite veraltete Inhalte auf Social Media und Webseiten sowie Anzeigen. 
  3. Lebe die Werte, die im Betrieb gepredigt werden, halte Versprechungen ein und höre deinem Personal zu. Dies sorgt für Mitarbeiterzufriedenheit. Und nur dann wird es dir gelingen eine authentische Arbeitgebermarke aufzubauen, online auf deinen Kanälen darzustellen und dieses Bild langfristig aufrecht zu erhalten. 
Beispiel Webseite: Employer Branding

Neue Zielgruppen erschließen

In den vergangenen 1,5 Jahre hat sich einiges auf dem Arbeitsmarkt verändert. Während einige Branchen und Unternehmen wie z.B. Zoom oder Lieferando einen Aufschwung erfahren haben, müssen sich andere Arbeitnehmer nun neu aufstellen oder umorientieren. Für dich kann diese Veränderung eine Chance darstellen, um neue Zielgruppen anzusprechen und Quereinsteiger zu akquirieren. Du suchst beispielsweise eine Empfangsdame oder Küchenhilfe? Solche Aufgaben kann mit Sicherheit jemand mit weniger Erfahrung in der Gastro übernehmen. Also ein Blick über den Tellerrand kann sich lohnen. Überlege dir genau über welche Kanäle du deine neue Zielgruppe erreichen kannst.

Re-onboarding und Mitarbeiterbindung

Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich wie wichtig die Wertschätzung deiner Mitarbeiter ist. Wer dies vor Corona noch nicht begriffen hatte, wird nun größere Schwierigkeiten haben abgewandertes Personal zurückzugewinnen. Zu der Mitarbeiterwertschätzung gehört eine offene Kommunikationskultur und auch über Themen wie die Coronakrise zu sprechen, Mitarbeitern Ängste zu nehmen und sie trotz Krise zu motivieren. Bei der Wiedereröffnung sollte ein Re-Onboarding an der Tagesordnung stehen, damit der Wiedereinstieg zum Beispiel nach der langen Kurzarbeit gelingt. Ein Re-Onboarding ist eine Strategie für neue Abläufe. In der Gastronomie könnte es zum Beispiel Schwerpunkte wie das Hygienekonzept, neue Öffnungs- und Arbeitszeiten, Gästeregistrierung oder die Abwicklung vom neueingeführten Außer-Haus-Verkauf sein. Wer sein Team an solchen Stellen nicht im Dunkeln tappen lässt, sondern einbezieht und über Folgen und den Status Quo im Betrieb redet, trägt zu der Loyalität vom Personal bei. Die Gefahr, Mitarbeiter an den Wettbewerber zu verlieren, wird reduziert und auch bei neuen Bewerbern kann man bestenfalls auch noch punkten.

Tools von resmio, die dir aus der Personalnot helfen

Wenn die Personalnot groß ist, kann es auch helfen, interne Prozesse zu optimieren. Einige Tools stellt auch resmio bereit, die dich dabei unterstützen neues Personal zu finden oder dir helfen können mit weniger Personal zurecht zu kommen:

Online-Reservierungssystem und Bestellungen

Ganz klar liegt der Vorteil an einem digitalen Reservierungs– und Bestellsystem in der Entlastung deines Personals. Denn anstatt, dass dein Personal ständig aus ihrer Arbeit herausgerissen wird um telefonische Reservierungen oder Bestellungen entgegen zu nehmen, erfolgt die Annahme von Reservierungen und Bestellungen online.

Reservierungsoptionen
Online-Reservierung über resmio

Telefonassistent

Wer z.B. eine weniger online affine Zielgruppe hat, allerdings sein Personal bei der Reservierungsannahme entlasten möchte, der kann sich vom smarten Telefonassistenten hierbei unterstützen lassen. Der Telefon-Butler geht automatisch ans Telefon, gibt Gästen Auskünfte zu den wichtigsten Fragen rund ums Restaurant und nimmt Reservierungen entgegen, die dann automatisiert ins digitale Reservierungsbuch übertragen werden.

Tischbestellung via QR Code

Weniger Laufwege für Servicekräfte, schnellerer Service und mehr Zeit für andere Aufgaben. Das ermöglicht die Self-Orderingfunktion über einen QR Code. Lasse deine Gäste einfach von ihrem Sitzplatz aus kontaktlos per Smartphone bestellen und bezahlen.

Digitale Gästeregistrierung

Ein großes Thema seit der Wiedereröffnung der Restaurants ist die Kontaktdatenerfassung. Erspare mit der Gästeregistrierung via QR Code von resmio deinen Kellnern das Desinfizieren von Stiften, das Verteilen von Zetteln und die zusätzlichen Laufwege. Der Selbst-Check-in wird den Alltagsstress reduzieren. 

Digitaler Personalplan

Die Work-Life-Balance ist heutzutage für nahezu jeden Arbeitnehmer ein wichtiges Kriterium, wenn es um Mitarbeiterzufriedenheit geht. Die Gastro-Branche steht an dieser Stelle häufig vor Herausforderungen. Vor allem die Schichtarbeit macht es schwer allen Ansprüchen gerecht zu werden. Dennoch können verbindliche Arbeitszeiten, eine verlässliche Dienstplangestaltung und faire Schichteinteilungen etwas dazu beitragen. Der digitale Schichtplan von resmio schafft die notwendige Transparenz und unterstützt Gastronomen dabei, den Personaleinsatzplan zu optimieren. 

dienstplan
Digitaler Dienstplan von resmio

Google Ads

Schon mal daran gedacht Anzeigen auf Google Ads für die Personalsuche zu schalten? Klingt teuer und kompliziert? Das muss es nicht sein. resmio übernimmt den kompletten Service für dich zu einem Budget, das du frei bestimmen kannst.

Karriereseite

Wenn du noch keine Restaurant-Webseite hast, erstellen dir unsere Spezialisten einen repräsentativen Internetauftritt mitsamt Karriereseite, auf der du aktuelle Stellen ausschreiben kannst.

Profi-Webseite von resmio: Karriereseite

Fazit: Von der Stellenanzeige bis zur Mitarbeiterbindung 

Das Personal in der Gastronomiebranche ist knapper denn je, daran besteht kein Zweifel. Was nun hilft ist die gesamtheitliche Überarbeitung deines Personalbeschaffungsverfahrens: Beginnend bei der Stellenanzeige, über die Wahl deiner Kommunikationskanäle bis hin zur Einführung von Tools, welche dein Personal entlasten können. Die Zufriedenheit der verbliebenen Belegschaft und ein angenehmer Wiedereinstieg ins Arbeitsleben sollte ebenfalls einen hohen Stellenwert einnehmen. Nicht nur weil die Konkurrenz sie abwerben könnte, sondern weil sie auch zur Außendarstellung deiner Arbeitgebermarke beitragen.

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