Neuer Mitarbeiter? – Alles Wichtige über den Arbeitsvertrag

Du hast deine Personalsuche bereits abgeschlossen und den passenden Mitarbeiter gefunden. Dann wird es höchste Zeit, einen Arbeitsvertrag für deinen neuen Mitarbeiter aufzusetzen.

Der Arbeitsvertrag zwischen dir als Arbeitgeber und deinen Mitarbeiter sichert euch beide ab. Du verlangst eine gute Arbeitsleistung von ihm und er die pünktliche Zahlung seines Gehalts sowie seiner Sozialleistungen.

Was gehört alles in den Arbeitsvertrag? Das zeigen wir dir hier.

Ein Artikel von Patrick Schady

Was gehört in einen Arbeitsvertrag alles rein?

Nennung der Vertragsparteien

Zuallererst werden in einem Arbeitsvertrag die beiden Vertragsparteien genannt. Der Name, die Anschrift von dir und deinem neuen Mitarbeiter sollten sich ebenfalls unter diesem Punkt wiederfinden.

Beginn und Dauer des Arbeitsverhältnisses

Als zweiten Punkt im Arbeitsvertrag musst du den Beginn sowie die Laufzeit des Arbeitsverhältnisses festlegen. Soll es ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis geben? Grundsätzlich sind befristete Arbeitsverhältnisse nur bis maximal 2 Jahre möglich.

Definition der vom Arbeitnehmer zu erbringenden Arbeitsleistung

Welche Tätigkeit übernimmt dein Angestellter im Restaurant? Koch, Kellner oder eine andere Position? Benenne im Arbeitsvertrag, welche Tätigkeit(en) dein Mitarbeiter verrichten soll und ob dieser in Ausnahmefällen auch für abweichende Tätigkeiten zuständig ist.

Arbeitszeit

In der Gastronomie unterliegen die Arbeitszeiten nicht den „Standardzeiten“ wie in vielen anderen Branchen. Du musst im Vertrag explizit festhalten, dass u.a an Feiertagen sowie an Wochenenden gearbeitet werden muss.

Auch der Arbeitsbeginn sowie die Endzeit gehört in den Arbeitsvertrag. Bspw. fängt dein Mitarbeiter generell um 12 Uhr an und beendet seine Arbeit um 22 Uhr. Zudem hat dein Angestellter bei einer Arbeitszeit von 8h das Recht auf mindestens 30 Minuten Pause.

Vergütung

In diesem Punkt musst du das monatliche Bruttogehalt und die Fälligkeit der Zahlung nennen. Zudem darfst du den Mindestlohn von knapp 9 Euro nicht unterschreiten. Zusätzliche Leistungen wie Weihnachtsgeld oder das 13. Monatsgehalt können auch in den Vertrag aufgenommen werden, sind jedoch nicht verpflichtend.

Urlaubsdauer

Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Urlaub. Bei einer 5-Tage-Woche beträgt der Urlaubsanspruch (mindestens) 20 Tage. Bei einer 6-Tage-Woche erhöht sich dieser um 4 Tage auf 24 Tage im Jahr.  Es ist im Vertrag auch zu klären, ob der restliche Urlaub ins neue Jahr mitgenommen werden darf oder ob dieser in einem Kalenderjahr aufgebraucht werden muss.

Kündigungsfristen

Bei der Kündigung gelten bestimmte Fristen, die u.a von der Dauer der Zugehörigkeit abhängen. Umso länger ein Mitarbeiter bei dir beschäftigt ist, desto länger ist die Kündigungsfrist.

Bei einer Betriebstätigkeit von 2 Jahren beträgt die Kündigungsfrist 4 Wochen bis zum Monatsende. Es sollte im Vertrag vermerkt werden, dass die Kündigung nur in schriftlicher Form erfolgen kann.

Zudem kannst du im Arbeitsvertrag auch eine verlängerte Kündigungsfrist festlegen. Damit hast du mehr Zeit einen neuen Mitarbeiter zu finden.

Darüber hinaus bist du zur Aufnahme einer Vertragsklausel befähigt. Diese besagt, dass dein neuer Mitarbeiter nicht vor dem Dienstantritt kündigen kann. Somit wird ihm verboten einen Tag vor Beginn der Arbeit seinen Vertrag zu kündigen und eine andere Stelle anzunehmen. Das garantiert dir eine sichere Abdeckung deines Personals.

Schlussbestimmungen

Unter den Punkt Schlussbestimmungen vereinbarst du, dass bspw. Änderungen nur in Schriftform mitgeteilt werden dürfen. Der Vorteil an solchen Klauseln ist, dass sie jederzeit geändert werden können. Dies kann mündlich oder schriftlich erfolgen.

Salvatorische Klausel

Mit der Salvatorischen Klausel kannst du den Arbeitsvertrag abrunden und einzelne Vertragsinhalte „schützen“. So ist der Vertrag nicht im Ganzen unwirksam, falls nur eine Vertragsbestimmung rechtsunwirksam ist.

Sonstiges

Du kannst auch noch weitere Punkte in deinem Vertrag aufnehmen, sofern es vonnöten ist.

Beispielsweise wäre die Probezeit ein weiterer Punkt, bei dem eine kürzere Kündigungsfrist für die Vertragsparteien gilt.

Sofern du nicht willst, dass deine Mitarbeiter noch nebenbei irgendwo anders oder bei der Konkurrenz arbeiten, kannst du eine Nebentätigkeitsverbot/Wettbewerbsverbot-Klausel hinzufügen.

Mit einer Vertraulichkeitserklärung stellst du sicher, dass deine Firmengeheimnisse nicht weitergetragen werden, jedoch ist so eine Klausel in der Gastronomie unüblich.

Fazit

Wenn du all diese Punkte im Arbeitsvertrag beachtest, dann bist du grundsätzlich auf der sicheren Seite. Du kannst dir natürlich auch bei deinem Anwalt einen Musterarbeitsvertrag aufsetzen lassen.

Nachdem du und dein neuer Mitarbeiter den Vertrag unterschrieben haben, kannst du gleich den nächsten Punkt in Angriff nehmen und deine Mitarbeiter bei der (Sozial) Versicherung anmelden.

Musterformulierungen

Musterformulierungen: Probezeit

  • (_) Probezeit

Die Vertragsparteien vereinbaren eine Probezeit. Die Probezeit beträgt maximal 6 Monate. Während dieser Zeit kann das Arbeitsverhältnis beiderseits mit einer Frist von 2 Wochen gekündigt werden.

Musterformulierungen: Beginn und Dauer

  • (_) Beginn und Dauer des Arbeitsverhältnisses

Das Arbeitsverhältnis beginnt am __ und wird auf unbestimmte Zeit geschlossen/ist bis zum __ befristet.

Musterformulierungen: Kündigungsausschluss vor Dienstantritt

  • (_) Beginn und Dauer des Arbeitsverhältnisses
  1. (Wie oben)
  2. Vor Beginn des Arbeitsverhältnisses ist eine Kündigung ausgeschlossen.

Musterformulierungen: Kündigungsfristen

  • (_) Kündigungsfristen

Es wird vereinbart, dass das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Probezeit von beiden Seiten unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 4 Wochen zum 15. Oder zum Ende eines Kalendermonats entsprechend den gesetzlichen Kündigungsfristen gekündigt werden kann. Sofern das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber 2 oder mehr Jahre besteht, gelten die verlängerten Kündigungsfristen gemäß §622 Abs. 2 BGB für beide Parteien als vereinbart.

Musterformulierungen: Kündigung bei Befristung

  • (_)Ordentliche Kündigung

Während der Laufzeit der Befristung kann das Arbeitsverhältnis beiderseits unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen gekündigt werden.

Musterformulierung: Schlussbestimmungen

Mündliche Nebenabreden bestehen nicht. Alle Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages müssen umgehend mitgeteilt werden und bedürfen zu deren Wirksamkeit der ausdrücklichen schriftlichen Vereinbarung. Dies gilt ebenfalls für die Aufhebung des Schriftformerfordernisses. Individuelle Vertragsabreden können abweichend hiervon auch mündlich wirksam getroffen werden.

Musterformulierung: Salvatorische Klausel

§(_) Schlussbestimmungen

  1. Schriftformklausel (s.o)
  2. Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrags ganz oder teilweise rechtsunwirksam sein oder werden, so beeinträchtigt dies nicht die Wirksamkeit der übrigen Vertragsbestimmungen oder des Vertrags als Ganzes.
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