Mehrwertsteuersenkung Gastronomie: Das musst du jetzt wissen

4 Milliarden Euro an Steuerentlastung: Um der Gastronomie unter die Arme zu greifen, hat die Bundesregierung beschlossen die Mehrwertsteuer zeitweise zu senken.
Für welche Gastronomen die Mehrwertsteuersenkung gilt und was du dabei wissen musst, erfährst du in diesem Artikel.

Ein Artikel von Patrick Schady

In welchem Zeitraum gilt der reduzierte Steuersatz in der Gastronomie?

Die Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie gilt ab dem 01. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021. Der aufgeführte Zeitraum wird in zwei Phasen unterteilt, welche jeweils unterschiedliche Senkungen der Mehrwertsteuer nach sich ziehen. Zudem gilt die Reduzierung nicht für Getränke. Diese fallen unter den allgemeinen Steuersatz, der ebenfalls zeitweise gesenkt wird.

Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie

Wer profitiert von der Mehrwertsteuersenkung?

Der reduzierte Mehrwertsteuersatz gilt für alle Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen. Doch wie ist eine Restaurant- und Verpflegungsdienstleistung zu definieren? Die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 282/2011 des Rates zur Festlegung von Durchführungsvorschriften zur Richtlinie 2006/112/EG über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem regelt in Artikel 6:

  1. Als Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen gelten die Abgabe zubereiteter oder nicht zubereiteter Speisen und/ oder Getränke, zusammen mit ausreichenden unterstützenden Dienstleistungen, die deren sofortigen Verzehr ermöglichen. Die Abgabe von Speisen und/oder Getränken ist nur eine Komponente der gesamten Leistung, bei der der Dienstleistungsanteil überwiegt. Restaurantdienstleistungen sind die Erbringung solcher Dienstleistungen in den Räumlichkeiten des Dienstleistungserbringers und Verpflegungsdienstleistungen sind die Erbringung solcher Dienstleistungen an einem anderen Ort als den Räumlichkeiten des Dienstleistungserbringers.
  2. Die Abgabe von zubereiteten oder nicht zubereiteten Speisen und/oder Getränken mit oder ohne Beförderung, jedoch ohne andere unterstützende Dienstleistungen, gilt nicht als Restaurant- oder Verpflegungsdienstleistung im Sinne des Absatzes 1.

Kurz gesagt: Sofern du ein Restaurant, ein Café oder eine Bar betreibst, bist du grundsätzlich von der Mehrwertsteuersenkung betroffen.

Sind alle Leistungen im Restaurant betroffen?

Die Regelung besagt, dass alle Gerichte und Speisen, die Restaurantbesuchern im Restaurant vor Ort serviert werden, dem reduzierten Steuersatz unterliegen. Der reduzierte Steuersatz greift auch bei Speisen, die im Einkauf dem allgemeinen Steuersatz unterliegen.

Reduzierter Mehrwertsteuersatz – Auch für Take-Away?

Die temporäre Änderung der Mehrwertsteuer gilt grundsätzlich nicht für den Lieferservice und Take-Away Verkauf. Bei der Lieferung von Speisen werden im Normalfall keine weiteren Dienstleistungen – abgesehen von der Lieferung selbst – erbracht. Somit sind Take-Away und Lieferungen nicht den Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen zuzuordnen, deshalb gilt hier weiterhin der allgemeine Steuersatz von 5% bzw. 7%. Ausnahmen bilden jedoch Luxusgüter wie Hummer, Kaviar, Austern und Co., für die der allgemeine Steuersatz von 16%- 19 % gilt.

Müssen Speisekarten geändert werden?

Laut dem Bundeswirtschaftsministerium ist es möglich, die Preise unverändert auf der Speisekarte zu lassen. Demzufolge kann das Restaurant den Gästen einen generellen prozentualen Preisnachlass gewähren.

Zudem kann ein „Pauschalrabatt“ gestattet werden. Dieser muss allerdings einer zeitlichen Begrenzung unterliegen. Pauschalrabatte müssen darüber hinaus sichtbar kenntlich gemacht werden. Beispielsweise durch einen Aushang in den Räumlichkeiten des Restaurants oder auf der Webseite.

Zu beachten ist auch, dass dieser Preisnachlass genereller Art sein muss und somit zum Beispiel alle Speisen oder/und alle Getränke einschließt. Individuelle Preisnachlässe auf bestimmte Speisen sind nicht zulässig.

Fazit – Mehrwertsteuersenkung auf einen Blick

Wegen der Corona-Krise erfreut sich die Gastronomie zeitweise über eine Mehrwertsteuersenkung. Diese trifft ab dem 01. Juli 2020 in Kraft. Der reduzierte Steuersatz gilt jedoch nur für Speisen und nicht für Getränke.

Take-Away und Lieferservice sind nicht von der Regelung betroffen. Hier gilt grundsätzlich weiterhin die gewohnte Mehrwertsteuer von 7%.

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