Stolperfalle Trinkgeld – Rechtliches zur Aufteilung und faire Lösungen

Aufteilen oder nicht? Was muss ich Rechtliches beachten und muss ich das Trinkgeld überhaupt versteuern? Das Thema Trinkgeld ist in der Gastronomie ein Dauerbrenner. 
Wir zeigen dir in diesem Artikel, welche Stolperfallen du unbedingt vermeiden musst, damit du nicht den Unmut deiner Mitarbeiter oder der Behörden auf dich ziehst.

  1. Trinkgeld in der Gastronomie – Warum du dich als Chef damit befassen solltest
  2. Ist Trinkgeld steuerfrei? Alle rechtlichen Grundlagen auf einen Blick
  3. Kellner, Koch, Servicekräfte – Optimale Aufteilung im Gastro-Team
  4. Gemeinsam auf eine Trinkgeld-Regelung verständigen
  5. Mitarbeiter von Anfang an informieren
  6. Fazit – Kein Problem beim Trinkgeld in der Gastronomie

Trinkgeld in der Gastronomie – Warum du dich als Chef damit befassen solltest

Es gibt zwei Gründe, warum Betreiber von Bars, Cafés und Restaurants sich für Trinkgelder interessieren sollten: Erstens musst Du als Besitzer die juristischen Bestimmungen einhalten, Trinkgelder berühren insbesondere das Steuer- und Arbeitsrecht. Zweitens handelt es sich bei der Aufteilung der Trinkgelder in der Gastronomie und Hotellerie um einen heiklen Punkt.

Ist Trinkgeld steuerfrei? Alle rechtlichen Grundlagen auf einen Blick

Manche Chefs nehmen ihren Mitarbeitern das Trinkgeld ab und stecken es in die eigene Tasche. Das ist ein klarer Gesetzesverstoß: Gäste geben der jeweiligen Servicekraft ein Trinkgeld, weil sie ihre Leistung als besonders gut schätzen.

Steuerrechtlich ordnet der Gesetzgeber Trinkgelder als…

  • persönliche und
  • freiwillige Zahlung an,
  • die nicht zum Arbeitslohn gehört

Du und Deine Mitarbeiter müssen somit weder Lohnsteuer noch Umsatzsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge auf das Trinkgeld entrichten. Die Regelung, dass das Trinkgeld steuerfrei ist (§3 Nr. 51 EstG), existiert seit 2002. Davor mussten Angestellte Einkommensteuer auf das Trinkgeld abführen.

Kellner, Koch, Servicekräfte – Optimale Aufteilung im Gastro-Team

Wer soll nun die Euros vom Trinkgeld bekommen? Der vermeintlich einfachste Weg ist es, dass jede Servicekraft ihr Trinkgeld selbst einstecken darf. Diese Variante erfordert keinen aufwendigen Umverteilungsmechanismus. Zudem strengen sich deine Kellner mehr an, um höhere Trinkgelder zu erhalten.

Doch ist diese Trinkgeldregelung fair? Viele Kellner in der Gastronomie werden dies vermutlich bejahen, das Küchenpersonal hingegen nicht. Wie viel Trinkgeld ein Gast gibt, hängt nicht nur vom Service des jeweiligen Kellners ab, sondern auch von der Qualität der Speisen. 

Wie sollst du nun mit dem Trinkgeld verfahren, um alle Mitarbeiter zufriedenzustellen? Für eine faire Verteilung bieten sich zwei Lösungen an:

  1. Du kannst das Trinkgeld unter allen Mitarbeitern gleich verteilen. Idealerweise erfolgt die Aufteilung pro Schicht. So ergeben sich im Nachhinein keine Probleme, wenn eine Servicekraft weniger gearbeitet hat als eine andere.
  2. Die zweite Variante ist ein Mix aus Selbsterhalt und Verteilung. Deine Kellner dürfen zum Beispiel die Hälfte des Trinkgelds behalten und die andere Hälfte wird unter allen anderen gleichmäßig aufgeteilt. Bei diesem System kombinierst du die faire Aufteilung mit dem persönlichen Anreiz jedes Angestellten, möglichst viel mitzunehmen.

Gemeinsam auf eine Trinkgeld-Regelung verständigen

Welches System in deinem Restaurant gilt, darfst du als Chef nicht alleine bestimmen. Juristisch gesehen darf jede Servicekraft ihr Trinkgeld behalten, niemand kann sie zur Abgabe zwingen. Doch als Chef kannst du die Trinkgeld-Regelung in deiner Gastronomie wesentlich beeinflussen

Die optimale Lösung ist es, wenn du dich zusammen mit deinen Mitarbeitern auf eine einvernehmliche Regelung einigen kannst. Setze dich deshalb schon von Anfang an mit deiner Belegschaft zusammen und besprecht den Umgang mit dem Trinkgeld. Wenn du ein etabliertes Restaurant führst und spürst, dass deine Mitarbeiter mit der Trinkgeldregelung unzufrieden sind, dann berufe eine Mitarbeiterversammlung ein.

Mitarbeiter von Anfang an informieren

Die Gastronomie leidet unter eine hohe Mitarbeiterfluktuation. Das kann dazu führen, dass neue Angestellte die bisher funktionierende Trinkgeld-Regelung infrage stellen und dadurch Unmut entsteht. Dieses Problem kannst du lösen, wenn du bereits im Vorstellungsgespräch diese Regelung ansprichst. 

Fazit – Keine Probleme beim Trinkgeld in der Gastronomie

Für deine Mitarbeiter ist Trinkgeld steuerfrei. Du als Chef darfst jedoch keinen Euro vom Gast einstecken. In der Praxis bietet es sich an, eine Trinkgeld-Regelung im Restaurant festzulegen. Dabei bieten sich zwei Möglichkeiten an: Entweder es wird gleichmäßig untereinander verteilt oder der Kellner darf einen Teil behalten und der restliche Teil des Trinkgelds wird aufgeteilt. Zudem solltest du neues Personal sofort über deine Trinkgeldregelung informieren. 

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