Urlaubsanspruch in der Gastronomie – Alles auf einem Blick

Urlaub und Gastronomie – zwei Wörter die eigentlich nicht zusammenpassen im harten Gastro-Alltag. Dennoch dürfen Gastronomen bezahlten Urlaub nehmen, auch wenn der Chef dies nicht so gerne sieht.
In diesem Artikel zeigen wir dir, wie der Urlaub in der Gastronomie geregelt ist, was bei einer Kündigung passiert, wie sich der Resturlaub berechnet und was du dabei alles beachten musst.

Ein Artikel von Patrick Schady

Gesetzlicher Urlaubsanspruch – Das Bundesurlaubsgesetz

Wie bei allen anderen Branchen ist auch der Urlaub in der Gastronomie durch das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) geregelt. Dieses Gesetz besagt, dass alle Arbeitnehmer Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Azubi, Aushilfe, Teilzeitangestellten oder Minijobber handelt.

Wie viel Tage Urlaub stehen einen Arbeitnehmer zu?

Im §3 des BUrlG ist festgelegt, dass der Urlaubsanspruch mindestens 24 Werktage (Urlaubstage) beträgt.

Dabei gelten als Werktage alle Kalendertage, die keine gesetzlichen Feiertage oder Sonntage einschließen. Da der Samstag als Werktag gezählt wird, verringert sich der Urlaubsanspruch bei einer 5-Tages-Woche um vier Tage auf 20 Urlaubstage pro Jahr. Einfacher gesagt: Für jeden Arbeitstag sind per Gesetz 24/6=4 Tage Urlaub pro Kalenderjahr vorgeschrieben.

Arbeitstage pro Woche Gesetzlicher Anspruch auf Urlaubstage pro Jahr
1 4
2 8
3 12
4 16
5 20
6 24

Ab wann hat man Anspruch auf Urlaub?

Sowohl in der Gastronomie als auch in allen anderen Branchen müssten zuerst gewisse Voraussetzungen erfüllt werden, damit ein Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaubstage hat. So müssen laut dem Bundesurlaubsgesetz drei Kriterien erfüllt werden:

  • Es muss ein gültiger Arbeitsvertrag bestehen
  • Laut §4 (BUrlG) Wartezeit wird der volle Urlaubsanspruch erst nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben
  • Es müssen bei der zeitlichen Festlegung die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers berücksichtigt werden. Ausnahmen bilden jedoch innerbetriebliche Belangen sowie Urlaubswünsche andere Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten (bspw. Familie), Vorrang haben

Dass der volle Urlaubsanspruch erst nach 6 Monaten gewährt wird, heißt aber nicht, dass davor kein Urlaub genommen werden darf. Der Angestellte erhält für jeden vollen Monat ein Zwölftel des Jahresurlaubs gutgeschrieben. 

Anzahl Arbeitsmonate Anzahl Urlaubstage (bei einer 5-Tage-Woche)
0 0
1 20*1/12=1,67 -> 2 Tage
2 3,33 -> 3 Tage
3 5 Tage
4 6,67 -> 7 Tage
5 8,33 -> 8 Tage
6 Voller Anspruch ab den 6 Monat -> 20 Tage
Alle weiteren Monate (Mindesturlaub) 20 Tage

Arbeitgeberwechsel? – Das passiert mit dem Urlaubsanspruch bei einer Kündigung

Wegen der hohen Mitarbeiterfluktuation in der Gastronomie stellt sich die Frage, was mit dem Urlaubsanspruch bei einem Arbeitgeberwechsel passiert. Der Urlaubsanspruch wird vom Gesetzgeber zugesprochen. Somit ist der Urlaubsanspruch an die jeweilige Person gebunden und nicht an den Arbeitsvertrag. Haben Mitarbeiter schon beim vorherigen Arbeitgeber den kompletten Jahresurlaub genommen, besteht für das aktuelle Jahr kein Urlaubsanspruch mehr beim neuen Arbeitgeber.

Damit der neue Arbeitgeber vom (restlichen) Urlaubsanspruch erfährt, ist der frühere Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer eine Bescheinigung über den gewährten Urlaub im aktuellen Kalenderjahr auszuhändigen. Für den Arbeitgeber ist es somit ratsam, diese Bescheinigung vom neuen Mitarbeiter einzufordern.

Bis wann ist der Resturlaub gültig?

Der gesetzliche Jahresurlaub muss grundsätzlich innerhalb des laufenden Kalenderjahres vom Arbeitgeber gewährt und vom Mitarbeiter genommen werden. Nur aus dringlichen Gründen ist eine Übertragung des Urlaubs ins nächste Kalenderjahr möglich. Eine Übertragung kann zudem auch nur bis zum 31.03. gewährt werden. Die Auszahlung des Resturlaubs ist nur bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses realisierbar, aber nur, wenn dieser ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden kann.

Urlaubsanspruch im Krankheitsfall

Krankheitsfälle im Urlaub kommen hin und wieder vor. Erkrankt ein Mitarbeiter während des Urlaubs, muss er ein ärztliches Attest vorlegen, sofern er sich die Krankheitstage auf den Jahresurlaub nicht anrechnen lassen will.

Tool zur Mitarbeiterplanung

Wer ist wann im Urlaub? In der Gastronomie ist die Personalplanung oftmals unübersichtlich und nimmt viel Zeit in Anspruch. Mit einem digitalen Schichtplan verschaffst du dir und all deinen Mitarbeitern einen besseren Überblick und kannst dein Personal effektiver und besser steuern.

Fazit – Alles auf einem Blick

Alle Arbeitnehmer haben Anspruch auf Urlaub. Bei einer 5-Tages-Woche beträgt der Mindesturlaub 20 Tage im Jahr. Bei einem Arbeitgeberwechsel hat man erst nach 6 Monaten vollen Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub. Bei Krankheitsfällen während des Urlaubs, muss dies mit einem ärztlichen Attest nachgewiesen werden. Der Urlaub soll grundsätzlich im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Konnte der Urlaub aus triftigen Gründen (wie bspw. eine Langzeiterkrankung) nicht gewährt oder genommen werden, dann kann der restliche Urlaub bis zum 31.03 im neuen Jahr genommen werden. Bei einem Arbeitgeberwechsel verfällt der Urlaubsanspruch nicht. Dieser muss jedoch durch eine Bescheinigung des vorherigen Arbeitsgeber nachgewiesen werden.

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