Foodblogger ziehen Gäste an Land – nuernbergfood im Interview

Die beiden Foodbloggerinnen Ramona (links) und Anna Noé (rechts) – bekannt aus dem Hitradio N1 und Sky – posten ihr Essen auf Instagram. Ihr Blog nuernbergfood bewirbt auch gleich die dazugehörigen Gastronomien. Was zunächst recht einfach klingt, verlangt eine Menge Vorbereitungen und hat vor allem einen riesigen Einfluss. Denn allein mit ihren Posts erreichen sie bis zu 14 Tausend Menschen. Welcher Aufwand tatsächlich hinter so einem Foodblog steckt und wie ein Gastronom die beiden Bloggerinnen für sich gewinnt, erfährst du hier im Interview mit Anna Noé. 

Ein Interview von Natascha Tez

Was es bedeutet Foodblogger zu sein

Wie wurdest du zur Foodbloggerin?

Anna Noé: Meine Freundin Ramona und ich hatten festgestellt, dass wir immer die gleichen Restaurants und Cafés besuchen, obwohl es doch so viele tolle, neue Läden in Franken gibt. Aber wenn es schnell gehen musste, hat man sich für etwas Altbewährtes entschieden. Das wollten wir ändern. Mitte 2015 haben wir uns dazu entschieden einen Foodblog zu gründen. Das war die Geburtsstunde von nuernbergfood. 

Machst du das hauptberuflich?

Nein, Ramona arbeitet Vollzeit als Bankkauffrau und ich arbeite mittlerweile für eine Sportmarketing Agentur in München. Unsere Blogbeiträge gestalten wir zumeist sehr früh morgens und in unserer Mittagspause. Es kann auch vorkommen, dass wir uns nach Feierabend oder am Wochenende noch einmal dransetzen.

Welchen Aufwand betreibst du für deinen Job als Foodblogger?

Inzwischen investieren wir sehr viel Zeit in den Blog. Das hat auch damit zu tun, dass unser Anspruch und der der Nutzer permanent steigt. Wenn ich unsere ersten Bilder ansehe, fasse ich mir an den Kopf und denke: „Das ist viel zu dunkel! Das Essen ist nicht perfekt in Szene gesetzt. Der Text beschreibt das Restaurant nicht genug. Und, und, und.“. Nach einigen Erfahrungen legen wir heute höchsten Wert auf die Qualität der Bilder, d.h. wir haben meistens eine hochwertige Kamera dabei und achten darauf, dass auch jede Gabel im perfekten Winkel zum Teller liegt.

Gute Restaurants für Foodblogger

Was ist für dich ein “No-Go” in Gastronomien?

Wenn man mehr als eine halbe Stunde auf das Essen warten muss. Das kann schonmal vorkommen, aber dann sollte aber ein Schnaps aufs Haus gehen.

Ansonsten gehen genervte Servicekräfte, die dich das auch spüren lassen, gar nicht. Auch Haare im Essen sind eklig und wenn man nicht mit EC-Karte zahlen kann.

Wie kann man eine Foodbloggerin überzeugen?

Das Ambiente ist wichtig. Man muss sich direkt wohlfühlen wenn man das Restaurant oder Café betritt. Es muss nicht super schick sein, aber gemütlich. Der Service sollte natürlich auch passen und was wir besonders gern haben: Wenn das Essen für Instagram bereits angerichtet wird. Wenn es dann auch noch W-Lan in dem Laden gibt, hat man uns!

Suchst du dir selbst das Essen aus?

Das ist abhängig, wo wir gerade sind. Wenn ein Restaurant oder Café eine besondere Speise auf unserem Blog präsentieren möchte, dann testen wir diese. Ansonsten bestellen wir aber nach Lust und Laune.

Restaurants profitieren von nuernbergfood

Weißt du, ob die Restaurants nach deinem Post erfolgreicher waren?

Ja, das sind sie definitiv. Wir machen uns vor einem Posting immer Screenshots von den Followerzahlen und Interaktionsraten der Restaurants und vergleichen das dann mit den Zahlen nach dem Posting. Einmal z.B. hat uns ein Restaurant kontaktiert – sie hatten eine neue Karte, einen neuen Koch und super nettes Personal – aber der Laden war immer leer. Wir wurden zum Frühstücken eingeladen, was wirklich hervorragend war. Eine Woche später wollten wir dort spontan wieder frühstücken und es war alles ausgebucht. Sie haben uns dann gesagt, dass sie einen richtigen Ansturm hatten. Sowas freut uns natürlich riesig.

Foodblogger beim Waffeln essen

Warum “empfiehlst” du die Restaurants und kritisierst sie nicht?

Wir als Foodblogger haben uns entschieden Restaurants nicht öffentlich an den Pranger zu stellen. Wenn wir etwas nicht für gut befunden haben, dann posten wir es gar nicht erst, sondern geben dem Restaurant Feedback, was sie besser machen sollten. Gleiches gilt auch für Restaurants die wir gepostet haben und zu denen wir Beschwerden bekommen von Usern, die dort gegessen haben. Auch das geben wir umgehend weiter.

Die Kontaktaufnahme mit Foodbloggern

Kontaktieren dich auch Gastronomen oder suchst du dir selbst die Restaurants und Cafés heraus?

Sowohl als auch. Am Anfang, als unsere Seite noch ganz klein war, haben wir natürlich viele Gastronomen angeschrieben bzw. sobald wir mitbekommen haben, dass ein neuer Laden aufmacht, sind wir direkt dorthin. Mittlerweile schreiben uns aber auch sehr viele Restaurants und Cafés an.

Der Instagramfeed von den Foodblog nuernbergfood

Triffst du die Restaurants dann vorher zur Besprechung? Über welche Punkte wird dann normalerweise geredet?

Ja, wir treffen uns entweder vorher zu einer kurzen Absprache oder wir vereinbaren ein Telefonat. Wir wollen einfach immer die Philosophie hinter dem Restaurant oder Café verstehen und das auch transportieren in unseren Postings.

Du postest Adventskalender und Gutscheine von Gastronomien. Wie entstehen Kooperationen für diese Gutscheinverlosungen?

Unser Kalender hat seit unserem ersten Jahr Tradition. Viele Gastros waren von Anfang an im Kalender dabei und wollen durch die gute Rückmeldung auch jedes Jahr teilnehmen. Dieses Jahr mussten wir erstmals richtig aussortieren, weil wir zu viele Restaurants und Cafés hatten.

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