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Studenten als Servicekraft – So überlebst du den Gastro-Sommer

Gut zu wissen - Der GastroRatgeber

Die Sonne lacht wieder, es wird von Tag zu Tag wärmer und die Gäste strömen in die Biergärten! Die Gastronomie-Saison 2025 nimmt allmählich Fahrt auf, sodass es Zeit wird, sich um zusätzliches Personal zu kümmern. Studenten als Servicekraft sind dabei eine lukrative und zuverlässige Arbeitskraft für den Gastro-Sommer. Wir zeigen dir, wie du geeignete Studenten als Servicekraft gewinnen kannst.

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Die Gastronomie verliert für Studierende an Attraktivität

Ein gängiges Klischee lautet, dass Studenten unzuverlässig und nicht belastbar sind. Schwarze Schafe mag es durchaus geben. Doch wer selbst Kinder hat und erlebt, wie sehr die Ansprüche an sie in Zeiten von G8 und Regelstudienzeit gestiegen sind, der hat für solche Stammtischweisheiten eher kein Verständnis.

Bis vor wenigen Jahren waren Restaurants, Cafés und Bistros gut geeignet für Studenten als Servicekraft, um sich etwas dazuverdienen zu können. Immerhin lies sich in einer Saison durch gutes Trinkgeld ein recht passables Einkommen erzielen und somit nicht nur die Nebenkosten, sondern auch die eine oder andere Reise ohne Unterstützung der Eltern finanzieren.

Viele gastronomische Betriebe stellen günstige Aushilfskräfte, die man je nach Auslastung an oder freistellen kann, gerne ein. Doch seit einiger Zeit geht die Zahl der studentischen Bewerbungen stark zurück und nimmt immer weiter ab. Die Gastronomie verliert als Arbeitgeber zunehmend an Attraktivität. Woran liegt das?

Einige Gründe für die schwindende Attraktivität:

  • Wettbewerbsdruck: Viele Unternehmen setzen heute ein ausgezeichnet abgeschlossenes Studium (idealerweise ein Master) und erste fachliche Erfahrungen bei jungen Berufseinsteigern voraus. Bewerber, die diese Grundvoraussetzungen nicht mitbringen, haben oftmals geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Angesichts dessen versuchen viele Studenten, die geforderten Berufskenntnisse über Minijobs und Praktika parallel zum Studium anzueignen – schlecht für die Gastro!
  • Schlechtes Image der Gastronomie: Dass die Arbeit in der Küche und im Service kein Zuckerschlecken ist, ist kein Geheimnis. Schlechte Arbeitsbedingungen, ein raues Arbeitsklima und fehlende Wertschätzung sind nur einige Dinge, die mit der Gastronomie assoziiert werden. Möchtest du mit deinem Lokal Studenten erreichen, musst du diese Vorbehalte abbauen.
  • Unflexible Arbeitszeiten in Restaurants sind häufig mit dem Studentenleben unvereinbar. Gemeint sind nicht wilde Feten und andere Freizeitaktivitäten, sondern Zeiten für Haus- und Projektarbeiten. Eine vorausschauende Einsatzplanung, die auch die Interessen der Studierenden im Auge behält, kann hier bei der Akquise studentischer Aushilfskräfte hilfreich sein.
  • Niedrige Löhne: Viele Lokale können es sich nur leisten, den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen. Der steigt zwar an, jedoch nicht so schnell wie die Lebenshaltungskosten. So sind die Mieten in Ballungsräumen in den vergangenen Jahren geradezu explodiert. Viele Studenten suchen sich daher anständig bezahlte Jobs.
  • Mangelhafte Prozesse und Digitalisierungsstand: Ein strukturiertes Onboarding, abwechslungsreiche Aufgaben (auch mit Online- bzw. Technologiebezug), moderne Technik wie Kassen-, Dienstplanungs- und Reservierungssoftware sind in einigen gastronomischen Betrieben häufig noch Mangelware. Sie können jedoch bei der Personalakquise den Unterschied machen.

Wer Studenten für seine Gastro gewinnen möchte, muss folglich an den oben genannten Punkten arbeiten und sein Lokal in die Moderne führen. Digitalisierung in der Gastro geht nicht auf Knopfdruck, sollte aber schrittweise eher heute als morgen erfolgen.

Studenten als Servicekraft finden und einstellen – das musst du beachten

Das Thema sollte angesichts des akuten Personalmangels dennoch nicht abschreiben.

Um Studenten für eine Anstellung in der Gastronomie zu begeistern, gilt es lediglich ein paar Dinge zu beachten. Von der Auswahl bis hin zur Einstellung, auch beim Anwerben von Studenten kann man wie bei jeder anderen Arbeitskraft Fehler machen, die einem Nerven, Zeit und vor allem viel Geld kosten können.

Im Folgenden zeigen wir dir in vier Schritten, wie du Studenten als Servicekraft findest und einstellen kannst.

Mehr Auswahl, mehr Möglichkeiten – So findest du Studenten

Der womöglich effektivste Weg auf der Suche nach studentischen Aushilfen für deine Gastronomie eröffnet sich dir, wenn du bereits Studenten beschäftigst.

  • Bist du ein attraktiver Arbeitgeber, kann sich das bei Kommilitonen mittels Mundpropaganda bzw. Word-of-Mouth schnell herumsprechen. Denn Studenten sind häufig hervorragend vernetzt und wissen am besten, wo und wie sie Leute erreichen.
  • Mit proaktiv verteilten Flyern, einem Aushang am Schwarzen Brett in der Fachhochschule oder Universität oder einem kleinen Sponsoring von Uni-Festen (mit einem Catering ziehst du sogar potenzielle Gäste an) kannst du vielleicht sogar effektiv für dein Restaurant als Arbeitgeber auf dem Campus werben.
  • Du kannst deinen Beschäftigten zusätzlich ein Incentive (Belohnung) für die Vermittlung weiterer studentischer Aushilfen anbieten und die Personalakquise ein Stück weit beschleunigen. Eine freiwillige Vermittlungsprämie im Falle einer Anstellung neuer Kollegen gilt als üblich.
  • Schalte Stellenanzeigen in einschlägigen Job-Portalen oder speziellen Studi-Plattformen wie studentjob.de oder unistellenmarkt.de
  • Nutze für die Suche nach Aushilfskräften außerdem alle deine betriebseigenen Online-Kanäle wie deine Restaurant-Webseite, Instagram oder das Google Business Profil.

Studentische Arbeitskräfte – Wissenswertes zum Studium

Wer Studenten einstellen will, sollte sich zumindest ein wenig mit dem Ablauf eines Studiums auskennen.

Hier haben wir für dich einen kurzen Überblick erstellt:

Regelstudienzeit

Regelstudienzeit

Für den Erwerb eines Bachelor-Abschlusses sind bei einem Vollzeitstudiengang fast immer sechs Semester vorgesehen. D.h. die Regelstudienzeit beträgt drei Jahre.

Für den Erwerb eines Master-Abschlusses sind bei einem Vollzeitstudiengang oft zwei bis vier Semester vorgesehen. D.h. die Regelstudienzeit beträgt ein bis zwei Jahre.

Studienjahr

Studienjahr

Ein Studienjahr (z.B. 1. Oktober 2025 bis 30. September 2026) wird in der Regel in zwei Semester eingeteilt: ein Sommersemester und ein Wintersemester. Das Sommersemester beginnt an vielen Hochschulen im April und das Wintersemester im Oktober.

Ablauf eines Semesters

Ablauf eines Semesters

Mit dem Beginn eines Semesters findet in den Universitäten für etwa drei Monate die s.g. Vorlesungszeit statt. In dieser Zeit müssen / sollten Studenten an Vorlesungen (90 Minuten), Seminaren (mindestens 60 Minuten) und Tutorien teilnehmen (ca. 90 Minuten). Im Schnitt kommen Studenten auf etwa 12,5 bis 15 Stunden Anwesenheitszeit in der Universität pro Woche.

Wer nun denkt „Wie, nur so wenig?“ vergisst, dass pro Vorlesung und Seminar etwa eine bis drei Stunden Vorbereitungs- und Aufarbeitungszeit aufgebracht werden müssen. D.h. hier können zuzüglich zur Anwesenheitszeit in der Uni noch einmal 30 bis 40 Stunden pro Woche hinzukommen.

Zum Ende der Vorlesungszeit beginnt die Prüfungsphase, die sich über mehrere Wochen erstrecken kann. Im Wintersemester findet die Prüfungsphase oft Ende Januar bis Ende Februar statt und im Sommersemester von Juli bis August. Nach dem Ende der Prüfungsphase beginnen zwar offiziell die Semesterferien, doch in dieser Zeit müssen viele Studenten s.g. Hausarbeiten schreiben. Pro Hausarbeit können schnell 80 Arbeitsstunden anfallen.

Zu Beginn eines Semesters sind die meisten Studenten noch relativ entspannt. Schließlich ist die nächste Prüfungsphase mindestens drei Monate entfernt. Viele beginnen mit dem Lernen erst wenige Wochen vor den Prüfungen und sobald diese Phase dann anläuft, haben viele Studenten nur eines im Kopf: Büffeln bis spät in die Nacht und möglichst alle Prüfungen bestehen. Denn es gibt nur zwei Wiederholungsversuche, wenn man mal eine Prüfung in den Sand gesetzt hat.


Für dich als Arbeitgeber bedeutet dies, dass deine studentischen Arbeitskräfte in dieser Phase weniger Zeit zum Arbeiten haben und selten kurzfristig im Notfall aushelfen können. Aber keine Sorge, denn diese zeitlichen Engpässe treffen nicht auf alle Studenten gleichermaßen zu.

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Wir empfehlen, die Semester- und Prüfungszeiten im Hinterkopf zu behalten und dich frühzeitig mit deinen studentischen Aushilfskräften zusammenzusetzen. Wenn sie merken, dass du als Gastronom ihre Studienzeit ernst nimmst und ihre möglichen Einsatzzeiten gemeinsam koordinierst, stehen die Chancen ein attraktiver Arbeitgeber für Studenten zu werden sehr gut.

Ein Tipp für jene Restaurantbetreiber, die sich’s leisten können: keine Studienanfänger rekrutieren. Studienneulinge wissen i.R. noch nicht, wie ein Studium abläuft und wie viel Zeit sie für ihre einzelnen Module aufbringen müssen. So kann es dir passieren, dass mitten im Sommer der ein oder andere Student nicht mehr regelmäßig zur Verfügung steht. Folglich kann’s ratsam sein, Studenten aus den höheren Semestern einzustellen. Diese können ihre Zeit meist besser einteilen und sind zuverlässiger.

Arbeitszeiten bei studentischen Aushilfen – Beachte die 20-Stunden-Regel!

Unabhängig davon, ob deine studentische Servicekraft nur auf Minijob-Basis arbeitet oder sogar halbtags (20 Stunden) – hinsichtlich Arbeitszeiten gelten strenge Richtlinien, die eingehalten werden müssen.

Arbeitszeiten müssen lückenlos im Schichtplan oder auf einem Stundenzettel dokumentiert werden. Vor allem, wenn deine Mitarbeiter flexible Arbeitszeiten haben. Obwohl es in der Gastronomie offensichtlich ist, solltest du im Arbeitsvertrag deutlich vermerken, dass sie u. a. auch an Feiertagen und an Wochenenden eingesetzt werden.

Bei studentischen Arbeitskräften gilt außerdem die sogenannte 20-Stunden-Regel. Demnach dürften Studierende während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten. Diese Regelung soll sicherstellen, dass das Studium im Mittelpunkt bleibt.

Ausnahmen von der 20-Stunden-Regel sind nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, wenn der Einsatz am vor 8 Uhr morgens bzw. nach 20 Uhr abends oder am Wochenende erfolgt. Das macht den Einsatz von Studierenden in gastronomischen Betrieben vor allem an Samstagen und Sonntagen interessant.

Außerhalb der Vorlesungszeiten greift die oben genannte Regelung übrigens nicht. In den vorlesungsfreien Zeiten bzw. Semesterferien kannst du Studenten deshalb regulär bis zu 40 Stunden pro Woche beschäftigen.

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Lesetipp: Vergiss im Arbeitsvertrag nicht die Angaben zum Urlaubsanspruch und Kündigungsfrist. Was bei der Erstellung eines Arbeitsvertrages unbedingt beachtet werden muss, findest du in unserem Artikel Alles zum Arbeitsvertrag.

Studierenden steht der gesetzliche Mindestlohn zu

Möchtest du Studenten in deinem Restaurant am Standort Deutschland beschäftigen, musst du diesen auch den gesetzlichen Mindestlohn zahlen. Im Jahr 2025 liegt dieser bei 12,82 Euro brutto pro Arbeitsstunde. In den kommenden Jahren wird der Mindestlohn steigen. Informiere dich daher regelmäßig über die aktuelle Mindestlohnentwicklung.

Auf Ausnahmen vom Mindestlohn wirst du dich übrigens höchstwahrscheinlich nicht berufen können. Denn nur die wenigsten Studenten absolvieren ein Pflicht- bzw. freiwilliges Praktikum von maximalen drei Monaten in der Gastronomie. Dass sich minderjährige Studierende bei dir bewerben, dürfte auch eher Seltenheitswert haben.

Es gilt: Für normale Beschäftigungsverhältnisse neben dem Studium ist der Mindestlohn verpflichtend.

Melde neue Servicekräfte sofort an

Fast jeder Gastronom kennt’s: Man ist in Eile und benötigt schnell neues Personal – da wird oftmals die Mitarbeiteranmeldung vergessen. Ein kostspieliger Fehler, wenn das Ordnungsamt davon Wind bekommt.

Doch nicht nur die Anmeldung bei der Sozialversicherung ist verpflichtend, sondern auch bei der Berufsgenossenschaft.

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Lesetipp: Unsere Checkliste für die Mitarbeiteranmeldung findest du unter dem Link.

Fazit: Fit für die Gastro-Saison durch weniger Aufwand

Mit den „richtigen“ Servicekräften kannst du dir sehr viel Zeit und Nerven sparen. Deshalb ist es so wichtig, mit der Suche und dem Einstellen neuer studentischer Servicekräfte frühzeitig zu starten.

In der Regel benötigen studentische Aushilfskräfte ohne gastronomische Vorkenntnisse eine gewisse „Einarbeitungszeit“. Ein strukturiertes Onboarding kann dabei unterstützen, die notwendigen Fertigkeiten schneller zu erlernen und die Servicequalität zu verbessern. Gleichzeitig steigern die Prozesse die Mitarbeiterzufriedenheit, denn sie schaffen Orientierung und Erfolgserlebnisse.

Eine weitere Möglichkeit, um sich viel Aufwand sowie Personal(-Kosten) zu sparen, damit du dich vollends um deine Gäste kümmern kannst, ist unsere Managementlösung. Unser Online-Reservierungssystem nimmt für dich automatisch Reservierungen entgegen, sodass du dir das Personal am Telefon dafür sparst.

Zudem kannst du Doppelbuchungen vermeiden und deine Kapazitäten effektiver mit unserem Tischplan managen. Ferner kannst du mit unserem einfachen Schichtplan schnell und unkompliziert Dienstplanung mit Urlaubsplanung vereinen.

Nützliche Links

Hinweis zum Umgang mit gendergerechter Sprache: Aus Gründen der Lesbarkeit verwenden wir in unseren Magazinbeiträgen das generische Maskulinum. Gemeint sind jedoch immer alle Geschlechter (m/w/d).

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Themen: Arbeitsvertrag|Mitarbeiter|Personalmangel

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