Studenten als Servicekraft – So überlebst du den Gastro-Sommer

Die Sonne lacht wieder, es wird von Tag zu Tag wärmer und die Gäste strömen in die Biergärten! Die Gastronomie-Saison 2019 nimmt allmählich Fahrt auf, sodass es Zeit wird, sich um zusätzliches Personal zu kümmern.

Studenten als Servicekraft sind dabei eine lukrative und zuverlässige Arbeitskraft für den Gastro-Sommer. Wir zeigen dir, wie du die richtigen Studenten findest und was du dabei alles wissen musst.

Ein Artikel von Patrick Schady 

Die Gastronomie verliert an Attraktivität

Ein gängiges Klischee lautet, dass Studenten unzuverlässig und nicht belastbar sind. Fähigkeiten, die besonders in der Gastronomie benötigt werden. Schwarze Schafe mag es durchaus geben. Doch wer selbst Kinder hat und erlebt, wie sehr die Ansprüche an sie in Zeiten von G8 und Regelstudienzeit gestiegen sind, der hat für solche Stammtischweißheiten eher kein Verständnis.

Bis vor wenigen Jahren waren Restaurants, Cafés und Bistros gut geeignet für Studenten, um sich etwas dazuverdienen zu können. Immerhin lies sich in einer Saison durch gutes Trinkgeld ein recht passables Einkommen erzielen und somit nicht nur die Nebenkosten sondern auch die eine oder andere Reise ohne Unterstützung der Eltern finanzieren. Viele gastronomische Betriebe stellen die günstigen Aushilfskräfte, die man je nach Auslastung an- oder freistellen kann, gerne ein. Doch seit einiger Zeit geht die Zahl der studentischen Bewerbungen stark zurück und nimmt immer weiter ab. Die Gastronomie verliert als Arbeitgeber zunehmend an Attraktivität. Woran liegt das?

Nun, viele Unternehmen setzen heute ein sehr gut abgeschlossenes Studium (idealerweise einen Master statt einem Bachelor) und erste, fachliche Erfahrungen bei jungen Berufseinsteigern voraus. Bewerber, die diese Grundvoraussetzungen nicht mitbringen, haben oftmals geringere Chancen einen Arbeitsvertrag bei einem Unternehmen zu bekommen. Aus diesem Grund versuchen viele Studenten sich die geforderten Berufskenntnisse, über Minijobs und Praktika, parallel zum Studium anzueignen. Selbst wenn dies bedeutet, dass sie im Vergleich zu einer Anstellung in der Gasto ein geringeres Einkommen haben.

Studenten als Servicekraft – das musst du beachten

Abschreiben solltest du das Thema in Zeiten des akkuten Arbeitskräftemangels dennoch nicht. Um Studenten für eine Anstellung in der Gastronomie zu begeistern, gilt es lediglich ein paar Dinge zu beachten. Von der Auswahl bis hin zur Einstellung, auch beim Anwerben von Studenten kann man wie bei jeder anderen Arbeitskraft Fehler machen, die einem Nerven, Zeit und vor allem viel Geld kosten können. Im Folgenden zeigen wir dir in vier Schritten wie du deinen Top – Studenten als Servicekraft findest und einstellen kannst.

Mehr Auswahl, mehr Möglichkeiten – So findest du Studenten

Vergiss Job-Portale! Wenn du auf der Suche nach Studenten bist, erreichst du sie am besten über Facebook, Instagram oder vor Ort in der Universität per Stellenanzeige am Schwarzen Brett. Wenn du bereits Studenten in deinem Restaurant beschäftigst, biete ihnen doch einfach mal einen Incentive (Belohnung) für die Vermittlung neuer Arbeitskräfte an! Schließlich sind sie in der Uni oft sehr gut vernetzt und wissen am besten, wo und wie sie Leute erreichen. Mit gut gemachten Flyern oder einem kleinen Sponsoring bei Uni-Festen kannst du vielleicht sogar effektiv für dein Restaurant als Arbeitgeber auf dem Campus werben.

Welche besonderen Eigenheiten haben studentische Arbeitskräfte?

Wer Studenten einstellen will, sollte sich zumindest ein wenig mit dem Ablauf eines Studiums auskennen. Hier haben wir für dich einen kurzen Überblick erstellt:

Regelstudienzeit

Für den Erwerb eines Bachelor-Abschlusses sind bei einem Vollzeitstudiengang fast immer sechs Semester vorgesehen. D.h. die Regelstudienzeit beträgt drei Jahre.

Für den Erwerb eines Master-Abschlusses sind bei einem Vollzeitstudiengang oft zwei bis vier Semester vorgesehen. D.h. die Regelstudienzeit beträgt ein bis zwei Jahre.

Studienjahr

Ein Studienjahr (z.B. 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020) wird in der Regel in zwei Semester eingeteilt: Ein Sommersemester und ein Wintersemester. Das Sommersemester beginnt an vielen Hochschulen im April und das Wintersemester im Oktober.

Ablauf eines Semesters

Mit dem Beginn eines Semesters findet in den Universitäten für etwa drei Monate die s.g. Vorlesungszeit statt. In dieser Zeit müssen / sollten Studenten an Vorlesungen (90 Minuten), Seminaren (mindestens 60 Minuten) und Tutorien teilnehmen (ca. 90 Minuten). Im Schnitt kommen Studenten auf etwa 12,5 bis 15 Stunden Anwesenheitszeit in der Universität pro Woche. Wer nun denkt “Wie, nur so wenig?” vergisst, dass pro Vorlesung und Seminar etwa eine bis drei Stunden Vorbereitungs- und Aufarbeitungszeit aufgebracht werden müssen. D.h. hier können zuzüglich zur Anwesenheitszeit in der Uni noch einmal 30 bis 40 Stunden pro Woche hinzukommen.

Zum Ende der Vorlesungszeit beginnt die Prüfungsphase, die sich über mehrere Wochen erstrecken kann. Im Wintersemester findet die Prüfungsphase oft Ende Januar bis Ende Februar statt und im Sommersemester von Juli bis August. Nach dem Ende der Prüfungsphase beginnen zwar offiziell die Semesterferien, doch in dieser Zeit müssen viele Studenten s.g. Hausarbeiten schreiben. Pro Hausarbeit können schnell 80 Arbeitsstunden anfallen.

Zu Beginn eines Semesters sind die meisten Studenten noch relativ entspannt. Schließlich ist die nächste Prüfungsphase mindestens drei Monate entfernt. Viele beginnen mit dem Lernen erst wenige Wochen vor den Prüfungen und sobald diese Phase dann anläuft, haben viele Studenten nur eines im Kopf: Büffeln bis spät in die Nacht und möglichst alle Prüfungen bestehen. Denn es gibt nur zwei Wiederholungsversuche, wenn man mal eine Prüfung in den Sand gesetzt hat.

Für dich als Arbeitgeber bedeutet dies, dass deine studentischen Arbeitskräfte in dieser Phase weniger Zeit zum Arbeiten haben und selten kurzfristig im Notfall aushelfen können. Aber keine Sorge, denn diese zeitlichen Engpässe treffen nicht auf alle Studenten gleichermaßen zu. Wir empfehlen, dass du die Semester- und Prüfungszeiten zumindest im Hinterkopf behältst und dich frühzeitig mit deinen studentischen Aushilfskräften zusammensetzt. Wenn sie merken, dass du als Gastronom ihre Studienzeit ernst nimmst und ihre möglichen Einsatzzeiten gemeinsam koordinierst, stehen die Chancen ein attraktiver Arbeitgeber für Studenten zu werden sehr gut.

Unser Tipp für dich: Such dir keine Studienanfänger. Diese wissen in der Regel noch nicht, wie ein Studium abläuft und wie viel Zeit sie für ihre einzelnen Module aufbringen müssen. So kann es dir passieren, dass mitten im Sommer der ein oder andere Student nicht mehr regelmäßig zur Verfügung steht. Wir empfehlen dir daher am besten Studenten aus den höheren Semestern einzustellen. Diese können ihre Zeit besser einteilen und wissen bereits von vornherein, ob sie es zeitlich schaffen bei dir regelmäßig zu arbeiten.

Arbeitsvertrag – Mach bloß keine Fehler!

Unabhängig davon, ob deine studentische Servicekraft nur auf Minijob-Basis arbeitet oder sogar halbtags (20 Stunden) – auch hier gelten strenge Richtlinien, die eingehalten werden müssen.

Ihre Arbeitszeiten müssen sauber in einem Schichtplan oder auf einem Stundenzettel dokumentiert werden. Vor allem wenn deine Mitarbeiter flexible Arbeitszeiten haben. Obwohl es in der Gastronomie eigentlich offensichtlich ist, musst du im Arbeitsvertrag deutlich vermerken, dass sie u.a auch an Feiertagen und an Wochenenden eingesetzt werden. Bei studentischen Arbeitskräften gilt es unbedingt zu beachten, dass sie während der Vorlesungszeit nur maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten dürfen, damit sie ihren Studenten-Status nicht verlieren. Außerhalb dieser Zeit greift die Regelung nicht und du kannst deine Studenten regulär bis zu 40 Stunden pro Woche beschäftigen.

Vergiss im Arbeitsvertrag nicht die Angaben zur Urlaubsdauer und Kündigungsfrist. Was bei der Erstellung eines Arbeitsvertrages unbedingt beachtet werden muss, findest du in unserem Artikel „Alles zum Arbeitsvertrag“.

Melde sofort deine neuen Servicekräfte an

Man ist in Eile und benötigt schnell neues Personal – da wird oftmals die Mitarbeiteranmeldung vergessen. Ein kostspieliger Fehler, wenn das Ordnungsamt davon Wind bekommt.

Doch nicht nur die Anmeldung bei der Sozialversicherung ist verpflichtend, sondern auch die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft.

Die Checkliste für die Mitarbeiteranmeldung findest du hier!

Fazit: Fit für die Gastro-Saison durch weniger Aufwand

Mit den “richtigen” Servicekräften kannst du dir sehr viel Zeit und Nerven sparen. Deshalb ist es so wichtig, dass du dich um das Einstellen neuer Servicekräfte frühzeitig kümmerst. In der Regel benötigen neue Arbeitskräfte, vor allem Studenten, wenn sie in diesem Bereich noch weniger erfahren sind, eine gewisse “Einarbeitungszeit”. Zudem willst du auch nicht während der hektischen Zeit Bewerbungsgespräche führen oder dich erst auf die Suche nach neuem Personal begeben.

Eine weitere Möglichkeit, um sich viel Aufwand sowie Personal(-Kosten) zu sparen, damit du dich voll und ganz um deine Gäste kümmern kannst, ist unsere Managementlösung. Unser Online Reservierungssystem nimmt für dich automatisch Reservierungen entgegen, so dass du dir das Personal am Telefon dafür sparst. Zudem kannst du Doppelbuchungen vermeiden und deine Kapazitäten effektiver mit unserem Tischplanungs- und Analyse Tool managen. Darüber hinaus kannst du mit unserem Schichtplan einfach und schnell deine Mitarbeiter steuern. Stundenlanges Ausarbeiten der Arbeitspläne gehört von nun der Geschichte an!

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