Mindestlohn 2020 – darauf musst du achten

Ab 01. Januar 2020 erhöht sich wieder der Mindestlohn. Ob Minijob, Aushilfe oder Vollzeitangestellter, bis auf wenige Ausnahmen sind alle Mitarbeiter davon betroffen. Alles was du über den aktuellen Mindestlohn wissen musst und welche bürokratischen Hürden, vor allem in der Gastronomie, einzuhalten sind, erfährst du in diesem Beitrag.

Mindestlohn 2020 – Das musst du wissen

Laut dem Mindestlohngesetz soll der Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt werden.
Am ersten Januar ist es wieder soweit: Der Mindestlohn steigt im Jahr 2020 um rund 2% an. Jeder Arbeitgeber ist somit verpflichtet, seinen Mitarbeiter einen Bruttolohn von mindestens 9,35 Euro zu bezahlen. 

Ausnahmen beim aktuellen Mindestlohn – Wer ist berechtigt?

Grundsätzlich spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Minijob, Teilzeitstelle oder Aushilfskraft handelt: Der Mindestlohn von 9,35 Euro betrifft alle Branchen und Anstellungsarten.

Doch der Gesetzgeber lässt auch hier einen kleinen Spielraum offen. So sind Personengruppen vom Mindestlohn ausgeschlossen, die

  • unter 18 Jahre sind und keine abgeschlossene Berufsausbildung besitzen
  • ein Pflichtpraktikum im Rahmen einer schulischen oder hochschulischen Ausbildung durchführen oder
  • ein Praktikum von höchstens drei Monaten absolvieren

Bei Arbeitskräften mit einem Minijob-Vertrag trifft die Mindestlohnregelung uneingeschränkt zu, jedoch ist der Brutto- gleich Nettolohn

Mindestlohngesetzt – Dokumentation der Arbeitszeiten

Das Mindestlohngesetz verpflichtet den Arbeitgeber auch die Arbeitszeiten der eigenen Mitarbeiter ordnungsgemäß zu dokumentieren. 

Die Dokumentation der Arbeitszeiten muss in schriftlicher Form erfolgen. Es müssen dabei die Anfangs- sowie Endzeiten, Dauer und Pausen des kompletten Arbeitstages erfasst werden. Die einfache Aufbewahrung der Dienstpläne reicht nicht aus!

Verstöße beim neuen Mindestlohn – Welche Folgen drohen?

Verstöße beim Mindestlohn werden konsequent bestraft. Es spielt dabei auch keine Rolle, ob der Verstoß wissentlich oder unwissentlich begangen wurde.
Wenn das Ordnungsamt vor der Tür steht und es zu einer Kontrolle kommt, müssen nicht nur die ausgezahlten Löhne nachweisbar sein, sondern auch die Arbeitszeiten der gesamten Belegschaft. Sofern es hierbei Ungereimtheiten oder Schlampereien bei der Dokumentation gibt, drohen Bußgelder. Wird dabei festgestellt, dass im Vorsatz gehandelt wurde, können sich die Bußgelder mehr als verdoppeln.

Kontrollen sind zudem nicht Ankündigungspflichtig und können dich daher jederzeit treffen.

Mindestlohn 2020 in der Gastronomie

Für die Gastronomie oder Hotellerie gibt es per se keine speziellen Regelungen. Da die Löhne bei Aushilfen, Minijobbern und beim Servicepersonal meistens eher gering ausfallen und auch oftmals viele Überstunden geleistet werden müssen, gerät die Gastronomie oft ins Visier von unangekündigten Kontrollen. Rechtlich betrachtet dürfen Trinkgelder zudem nicht mit den Stundenlöhnen verrechnet werden. Neben der ordnungsgemäßen Dokumentation der Arbeitszeiten, wird auch überprüft, ob deine Mitarbeiter bei den Sozialversicherungen angemeldet sind. 

Fazit – Fit beim aktuellen Mindestlohn

Ab Januar 2020 steigt der Mindestlohn auf 9,35 Euro an. Grundsätzlich sind alle Arbeitnehmer, ob Minijob oder Teilzeitkraft durch das Mindestlohngesetz geschützt. Ausnahmen bilden Minderjährige und Praktikanten. Besonders in der Gastronomie und Hotellerie finden regelmäßig unangekündigte Kontrollen statt. Sofern alle Arbeitszeiten ordnungsgemäß dokumentiert worden sind, drohen bei den Kontrollen keine Probleme.

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